Essen & Trinken

Streetfood Istanbul

Gegrillte Makrele im Brötchen, Lahmacun, Dürüm – auf den Straßen Istanbul werden jede Menge türkische Spezialitäten angeboten. Ein Blick in die Verkaufsstände.

Frauen und Männer in Business-Outfits, Eltern mit ihren Kindern, Arbeiter und Studenten drängeln sich am schmalen Eingang der Haltestelle Karaköy direkt an der Galatabrücke. Einige müssen wohl noch Fahrkarten kaufen, die nächste Personenfähre, auf türkisch Deniz Otobüsü, legt gerade an. Gegenüber der Haltestelle: Ein kleiner Fischmarkt. Ein paar Buden mit hochgezogenen Rollläden mit Fisch auf Eis. Auf den Markt schaut Issat, wenn er nicht gerade die Fische auf seinem Grill wendet. „Buyrun!“, ruft er manchmal, „Bedien dich!“ Issak bietet Passanten Balik Ekmek an, frische Makrele im Brötchen. Dafür röstet er Weißbrot auf seinem kleinen Grill, klappt es dann auf, legt den gegrillten Fisch hinein, gibt noch Zwiebeln, Salat, Tomaten und eine Brise Chili dazu – fertig ist das kleine Gericht. Es wird in Istanbul viel öfter auf der Straße gegessen als Döner im Fladenbrot, nach dem die Touristen meist fragen. Viel zu unhandlich, finden die Türken. Döner ist für sie ein Tellergericht.

 

 

Balik Ekmek - gegrillte Makrele im Brötchen

Ein billiges Frühstück für Arbeiter soll die gegrillte Makrele im Brötchen einst gewesen sein, traditionell wurde sie direkt vom Fischerboot am Kai aus angeboten. Der offene Verkauf von Balik Ekmek war einmal eine zeitlang verboten, die Stadtverwaltung Istanbul hatte Angst, dass die Docks zu sehr verdrecken und die Touristen abschreckt. Diese waren angeblich dann der Grund, dass einige Boote zurückkehren durften – eher als Attraktion für ausländische Gäste denn als Versorger der Istanbuler mit Balik Ekmek.

 

Auf der anderen Seite des Goldenen Horns, das die Galata Brücke hier überspannt, dort, wo es nicht mehr weit ist zum Topkapi Palast und zur Blauen Moschee, steht Inklam. Zwischen zwei Fähranlegern hat er seinen rollenden Verkaufswagen hingestellt. Viel Laufkundschaft! Er röstet essbare Kastanien, auf türkisch Kestane. Im Gegensatz zu Issat kann man Inklam fast als Neuling bezeichnen: Seit neun Jahren ist er im Geschäft. Bevor er sich hier ans Wasser stellte, sei er drüben auf dem Taksim-Platz gewesen, sagt er. Kestane, die gehen vor allem im Herbst und im Winter gut, werden aber auch im Sommer verkauft. Viel verdient Inklam nicht: 100 Gramm kosten fünf Türkische Lira, umgerechnet 1,50 Euro.

Köstlichkeiten für unterwegs

Balik Ekmek, Kestane – das sind nur zwei der schnellen Essen auf die Hand aus der facettenreichen Streetfood-Küche Istanbuls. 

 

In Deutschland beileibe nicht unbekannt, aber auch von den Menschen in Istanbul gerne gegessen: Lahmacun. Auf dem dünnen Fladenbrot ist eine feine Lage aus würzigem Ragout, Zwiebeln und Tomaten. Etwas Petersilie dazu, Zitronensaft darauf träufeln, einrollen – fertig.

An Köfte, den Hackfleischbällchen, kommt man nicht vorbei. Am besten schmecken sie, wenn Lamm- und Rindfleisch gemischt sind und die Mini-Frikadellen frisch vom Grill kommen. Für die Straßenversion Köfte Ekmek kommen drei oder vier ins (Fladen-) Brot, dazu noch Zwiebeln, etwas Salat und Tomaten.

Dürüm schließlich sieht ein bisschen aus wie Lahmacun – nur ohne Auflage. Es wird auch auch Yufka-Fladenbrot bezeichnet, „yufka“ bedeutet ursprünglich dünn oder zerbrechlich. In den Dürüm werden zum Beispiel Salate, kleingeschnittene Tomaten, Zwiebeln, eine Soße und – das geht beim Dürüm in Ordnung  – Dönerfleisch gewickelt.

 

 

Autor