Gesellschaft

Deutsche Familie in Istanbul

Familie Graf hat sich gut eingelebt am Bosporus – und so manche Gepflogenheit gerne übernommen. Zum Beispiel einige Sonntagsrituale.

Immer wieder sonntags in Istanbul

Sarah Grafs Mann ist Pilot und daher manchmal auch am Wochenende unterwegs. Wenn alle vier zusammen den Sonntag verbringen können – der auch in der Türkei der freie Tag in der Woche ist – dann gehen sie zusammen mit Nachbarn in eins der Kaffeehäuser in den Parks in der Nähe. „Viele Türken lieben es zu brunchen, und wir mittlerweile auch“, sagt Sarah. In den Cafés sind große Buffets aufgebaut mit kalten und warmen Gerichten. Bis zu drei Stunden kann so ein Frühstück schon mal dauern. Die Kinder finden andere zu spielen, die Erwachsenen plaudern, manche gönnen sich eine Wasserpfeife oder spielen Backgammon.

Erdbeeren für die Kinder

Auch obligatorisch bei den Grafs: Der Besuch auf dem Basar. „Das ist für meine Familie wie ein kleiner Sonntagsausflug“, erzählt Sarah. Sie kaufen dort alles, was sie in der Woche brauchen. Eier, Gemüse, Obst, Käse, frischen Fisch. Die beiden Mädchen gehen übrigens sehr gerne zum Basar – sie bekommen von den Händlern immer Obst zugesteckt oder frische Erdbeeren, ab und zu gibt es sogar ein Armband.

„Der Fisch vom Basar ist auch immer unser Sonntagsessen“, sagt Sarah. Die Art ihn zuzubereiten kann sie inzwischen sogar in ihrem eigenen Kochbuch nachlesen: Sarah, die freiberuflich als Texterin arbeitet, hat türkische Rezepte für interessierte deutsche Hobbyköche aufgeschrieben.

Autor Christian Sobiella